Presse:

Westfalenpost 18.11.03

"Von falschen Göttern nicht das Herz vergiften lassen" Deutliche Worte bei Schützen gegen verkaufsoffenen Adventssonntag und Berliner Tanne

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Wieder in den Stadt-Schützenvorstand gewählt: Hans-Werner Beule (li), Antonius Rickert und Gerd Vormweg. Foto: Aue

Wülfte. (aj) Hans-Werner Beule bleibt Vorsitzender des Stadtschützenverbandes. Samstagnachmittag bestätigten ihn die Vertreter der 19 Bruderschaften und Vereine in Wülfte einstimmig.

Auch Geschäftsführer Gerd Vormweg (Nehden) sowie Beisitzer Antonius Rickert aus Alme wurden für weitere vier Jahre wiedergewählt.

Den Auftakt der Jahresversammlung bildete ein ökumenischer Gottesdienst mit Propst Stefan Wigger und Pfarrer Roland Lichterfeld.

In seiner Predigt übte Pfarrer Lichterfeld mit Blick auf die Bergpredigt scharfe Kritik am vorweihnachtlichen Rummel schon im Oktober samt verkaufsoffenem Sonntag im Advent in Brilon sowie dem derzeitigen Spektakel um die "Winterberger Weihnachtstanne" in Berlin. Pfarrer Lichterfeld: "Ich kann nicht glauben, dass hier nur Dummheit am Werke ist. Nein, hier wird auf dem Konsumaltar des Götzen Mammon nicht nur althergebrachtes Brauchtum, sondern auch zentrale Bestandteile unseres Glaubens geopfert." Sein Appell an die Schützen: "Wir dürfen uns von diesen Dingen nicht das Herz vergiften lassen!"

Bürgermeister Schrewe erinnerte an die Grundwerte der Schützen, deren Aufgaben heute anderweitig gelagert seien als in den Gründerjahren. Aber auch heute noch seien Schützen die Motoren und Macher in den Städten und Dörfern, was sich nicht nur bei der Instandhaltung der wunderschönen Hallen zeige. Für ihre uneigennütziges Engagement gebühre den Schützen ein besonderer Dank.

In seinem Geschäftbericht ließ der alte und neue Vorsitzende noch einmal die Vielzahl von Aktivitäten und Ereignissen Revue passieren und ging anhand einer Bildvorführung noch einmal speziell auf das Stadtschützenfest in Brilon Wald ein. Beule: "Das war eine rundum gelungene Sache, die mit dem Erringen der Königswürde von Fritz Becker einen ihrer Höhepunkte hatte."

Es gab aber auch Kritik: Hans-Werner Beule sagte unter dem Beifall der Versammlungsteilnehmer deutliche Worte an die Schützen, die bei dem Fest in Brilon Wald am Samstagnachmittag dem Gottesdienst fernblieben und es vorzogen in der Halle sich ein (?) Bierchen zu trinken.

Gruß- und Dankesworte sagte auch Kreisoberst Hans-Peter Pack den Schützen. Er wird, wie er in Wülfte ankündigte, in der Kreisversammlung 2004 nicht mehr für das Amt des Oberst kandidieren. Als seinen Nachfolger schlage der Kreisvorstand Dieter Braun aus Winterberg vor. Da dann das Amt des Kreisgeschäftsführers neu besetzt werden müsse, solle man sich schon jetzt Gedanken machen, ob nicht jemand aus dem hiesigen Stadtverband - schließlich sei Brilon der größte Stadtverband im SSB - dieses Amt bekleiden könne.

Bevor die Schützen zum gemütlichen Teil übergingen, erregte das Thema des sogenannten "Waffenscheines" für die Säbel doch noch ein wenig die Gemüter. Dieter Marczyk, Schützenvorstandsmitglied und von Beruf Polizeibeamter: "Viel Arbeitsaufwand ist das nicht und noch weniger ein Grund zu großer Aufregung!" Ärgerlich sei nur das Geld. Das schlägt pro Bruderschaft allerdings mit 60 Euro zu Buche.

Schließlich wurde noch der Ort der nächsten Kreisversammlung beschlossen. Kreisoberst Pack und Stadtschützenkönig Fritz Becker freuten sich. Die Scharfenberger St. Josef-Schützenbruderschaft setzte sich bei der Abstimmung mit 9 Stimmen gegen St. Laurentius Rösenbeck (6 Stimmen) und die St. Vitus-Schützen Bontkirchen (vier Stimmen) durch.